Diese Webseite verwendet Cookies, um die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen.
Die traditionsreiche Stadt-Parfümerie Pieper hat ihre Insolvenz überwunden und steht vor einem Neuanfang. Nach der Zustimmung der Gläubiger zum Insolvenzplan übernimmt wie geplant die französische Unternehmerfamilie Konckier über ihre AIH Holding das Unternehmen. Damit ist die drohende Zerschlagung der Parfümeriekette abgewendet. Allerdings erfolgt die Rettung nicht ohne Einschnitte: Mehrere Filialen werden dauerhaft geschlossen.
Für Pieper endet damit eine der größten Restrukturierungen im deutschen Parfümeriefachhandel der vergangenen Jahre. Nach monatelangem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung billigten die Gläubiger den vorgelegten Sanierungsplan. Von ursprünglich 122 Filialen zu Jahresbeginn sollen künftig 115 Standorte weitergeführt werden. Der Großteil der rund 770 Arbeitsplätze bleibt nach Angaben des Unternehmens erhalten.
Pieper hatte im November 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Als Ursachen wurden die langfristigen Folgen der Corona-Pandemie, eine anhaltend schwache Konsumstimmung sowie deutlich gestiegene Energie- und Betriebskosten genannt. Während des gesamten Verfahrens lief der Geschäftsbetrieb weiter, dennoch wurde früh deutlich, dass eine umfassende Neuausrichtung erforderlich sein würde. Bereits im Februar 2026 kündigte die Unternehmensführung die Schließung von neun Filialen an. Betroffen waren Standorte in Nordrhein-Westfalen, darunter Essen, Duisburg, Hamm, Hattingen, Mönchengladbach, Viersen sowie zwei Filialen in Oberhausen. Mit dem Abbau unrentabler Standorte sollte das Filialnetz wirtschaftlich stabilisiert und die Erfolgsaussichten der Sanierung verbessert werden.
Schon im Frühjahr hatte sich abgezeichnet, dass die französische Unternehmerfamilie Konckier als strategischer Investor einsteigen würde. Mit der Zustimmung der Gläubiger ist der Weg für die Übernahme nun endgültig frei. Die Familie verfügt über langjährige Erfahrung im Parfüm- und Kosmetikgeschäft und ist sowohl im Handel als auch in der Entwicklung und Vermarktung von Duftmarken aktiv. Branchenkenner sehen darin einen Vorteil gegenüber rein finanzorientierten Investoren, da neben Kapital auch umfassendes Branchenwissen in das Unternehmen einfließt.
Nach Angaben des Unternehmens sollen künftig das Geschäftsmodell modernisiert, das Filialnetz weiterentwickelt und die Verzahnung von stationärem Handel und E-Commerce ausgebaut werden. Ziel ist, die Wettbewerbsfähigkeit der Marke langfristig zu stärken. Mit dem Eigentümerwechsel endet zugleich ein bedeutendes Kapitel der Unternehmensgeschichte. Die Familie Pieper zieht sich aus der operativen Führung zurück. Zuletzt stand Oliver Pieper, Urenkel der Firmengründerin Anna Pieper, an der Spitze des Unternehmens. Die Zustimmung der Gläubiger gilt als wichtiger Meilenstein im Sanierungsprozess. Nach Unternehmensangaben bietet die Fortführung deutlich bessere Perspektiven als eine mögliche Zerschlagung. Die neue Eigentümerstruktur soll nun die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und eine langfristige Stabilisierung schaffen.
Impressum Datenschutz Cookie-Einstellungen Über uns
HANDELSIMMOBILIEN HEUTE (HIH) ist ein Nachrichten- und Serviceportal für die gesamte Handelsimmobilienbranche in Zusammenarbeit mit renommierten Verbänden und Instituten.