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31. August 2026

Vom Problemcenter zum Kieztreff: Park Center Treptow startet neu durch

NEUE MIETER, EIN SUPERMARKT UND MEHR ANGEBOTE FÜR DEN ALLTAG
Das Park Center Treptow durchläuft einen grundlegenden Wandel.
Foto: Kintyre / MIKA fotografie Berlin

Jahrelang galt das Park Center Treptow als Sorgenkind unter den Berliner Einkaufszentren. Leerstände prägten das Bild, bekannte Mieter verschwanden, und zeitweise schien kaum vorstellbar, dass sich der Standort noch einmal erholen würde. Nun zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab: Innerhalb weniger Wochen eröffnen gleich zwei große neue Ankermieter.

Den Auftakt hat Ende August der dänische Einrichtungshändler Jysk gemacht. Anfang Oktober folgt EDEKA. Der Lebensmittelhändler übernimmt rund 3700 Quadratmeter im Erdgeschoss – jene Fläche, die bis zur Schließung der Supermarktkette Real im Jahr 2022 zu den zentralen Bereichen des Centers gehörte. Damit verändert sich auch die Rolle des Hauses. Aus dem klassischen Einkaufszentrum soll zunehmend ein Stadtteilzentrum werden, das vor allem Angebote für den täglichen Bedarf bündelt.

Vermietung jetzt bei 80 Prozent

Als der Frankfurter Immobilieninvestor Kintyre das Park Center im Sommer 2021 gemeinsam mit dem Investmentmanager Angelo Gordon übernahm, stand etwa die Hälfte der Einzelhandelsflächen leer. Die lange Liste ehemaliger Mieter reichte von Saturn und New Yorker bis zu Real und McDonald’s. Das Center hatte damit einen erheblichen Teil seiner früheren Anziehungskraft verloren. Heute ist die Vermietung wieder auf rund 80 Prozent gestiegen. Neue Geschäfte und Dienstleistungen sollen dafür sorgen, dass die Menschen nicht nur zum Einkaufen kommen, sondern regelmäßig in den Kiezmittelpunkt zurückkehren.

Viel Leben im Center

Geplant beziehungsweise bereits vorhanden sind unter anderem eine Apotheke, ein Schreibwarenladen, eine Änderungsschneiderei und ein Schlüsseldienst. Ein Blumenladen und ein Handygeschäft sollen hinzukommen. Auch gastronomische Angebote werden ausgebaut: Das frühere Eiscafé soll zurückkehren, außerdem sind ein Donut- und ein Waffelgeschäft vorgesehen. Gespräche mit weiteren Anbietern laufen. Besonders deutlich wird die neue Ausrichtung bei den medizinischen und Freizeitangeboten. Zwei größere Arztpraxen sind inzwischen im Center angesiedelt, darunter eine Hausarztpraxis mit vier Allgemeinmedizinern sowie eine Facharztpraxis für Osteoporose. Hinzu kommen ein Fitnessstudio, eine Tanzschule und ein Lasertag-Angebot.

Umfangreiche Umbauten

Auch kulturell und sozial hat sich der Standort erweitert. Das Kungerkieztheater zieht innerhalb des Centers um und soll am 12. September wieder eröffnen. Seit 2023 befindet sich außerdem ein Passbüro für Menschen aus der Ukraine im Haus. Ergänzt wird das Angebot durch eine Schülerhilfe sowie ein regionales Schulungszentrum von McDonald’s. Zum Komplex gehören zudem 35 Wohnungen. Die Entwicklung ist Teil eines umfassenderen Umbaus. Seit 2025 wird das Gebäude modernisiert. Böden, Oberflächen und Beleuchtung werden erneuert, die Innenbereiche sollen heller und zeitgemäßer wirken. Im Obergeschoss wurde der frühere Foodcourt grundlegend verändert. Die Ladenfronten wurden näher an die Rolltreppen verlegt, wodurch größere Verkaufsflächen für Fachmärkte entstehen.

Markt für Nahversorgung

Bereits im vergangenen Jahr hatten eine neue Woolworth-Filiale und ein vergrößerter Rossmann-Markt für zusätzliche Frequenz gesorgt. Mit EDEKA kommt nun ein Geschäft hinzu, das für die Versorgung des umliegenden Wohngebiets eine besondere Bedeutung hat. Die zweite frühere Real-Ebene ist dagegen noch nicht vergeben. Nach Angaben von Asset-Manager Sebastian Hanke gibt es dafür Interessenten aus dem Freizeitbereich. Im Raum stehen unter anderem ein Indoorspielplatz oder eine Kartbahn. Auch das Parkhaus wurde modernisiert. Breitere Stellplätze, bessere Beleuchtung und Dauerparkmöglichkeiten für Anwohner sollen den Standort attraktiver machen. Die Lage unmittelbar an der A100 spielt dabei eine wichtige Rolle.

Leerstand als Chance

Die Geschichte des Hauses reicht bis ins Jahr 1999 zurück. Auf dem Gelände eines früheren Busbahnhofs entstand damals ein Einkaufszentrum mit rund 20.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem markanten 16 Meter hohen Glasdach. Saturn belegte eine große Fläche, Real wurde zum wichtigsten Lebensmittelanbieter. Im selben Jahr eröffnete im Center zudem die 1000. deutsche McDonald’s-Filiale. Der Erfolg der Anfangsjahre hielt jedoch nicht dauerhaft an. Einer Reihe prominenter Mieter folgte der schleichende Niedergang. Als Real im Juni 2022 endgültig schloss, war der Tiefpunkt erreicht. Für den nun laufenden Neustart erwies sich der hohe Leerstand rückblickend allerdings auch als Chance: Die Flächen konnten neu zugeschnitten und das Center ohne Rücksicht auf bestehende Strukturen umgebaut werden.

Nächstes Jahr neue Fassade

Der Wandel ist noch nicht abgeschlossen. Der Innenausbau soll im September 2026 weitgehend fertiggestellt sein. Eine neue Fassade ist für Mitte 2027 vorgesehen. Dann soll auch äußerlich sichtbar werden, was sich im Inneren bereits abzeichnet: Das Park Center Treptow will nicht mehr das große Einkaufsziel sein, das es einmal war – sondern ein funktionierender Mittelpunkt für den Alltag im Kiez.

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