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Die CIMA hat jetzt die Ergebnisse ihrer neuesten Deutschland-Studie INNENSTADT bekannt gegeben. Wichtigste Botschaft: Die Bindung der Menschen an ihre Innenstädte nimmt wieder zu! 83,3 Prozent der Befragten wollen ihre City künftig mindestens ebenso häufig besuchen wie heute. Das ist der beste Wert seit sechs Jahren. Zugleich hat sich der Saldo aus geplanten Mehr- und Minderbesuchen gegenüber 2024 deutlich verbessert – von minus 25,5 auf minus 5,3 Prozentpunkte.
Auch die Gesamtbewertung der Innenstädte fällt freundlicher aus. 44,2 Prozent der Befragten vergeben ihrer Innenstadt inzwischen die Schulnoten 1 oder 2 – in 2022 waren es 31,7 Prozent. Der Anteil schlechter Bewertungen mit den Noten 5 und 6 sank gegenüber 2024 von 14,4 auf 11,8 Prozent. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Investitionen, lokale Initiativen und Förderprogramme der vergangenen Jahre zunehmend wahrgenommen werden. Die Studie basiert auf rund 5000 bevölkerungsrepräsentativen Online-Interviews, die im Mai und Juni 2026 durchgeführt wurden.
Entgegen mancher Abgesänge bleibt der stationäre Handel die zentrale Leitfunktion der Innenstadt. 65,6 Prozent der Befragten nennen Einkaufen als Besuchsgrund – deutlich vor Bummeln mit 46,2 Prozent und Gastronomie mit 45 Prozent. Auch bei der Frage nach einer attraktiven Innenstadt steht der Einzelhandel weiterhin an erster Stelle. Allerdings funktioniert Handel immer seltener als isolierter Anlass. Einkäufe werden zunehmend mit Gastronomie, Aufenthalt, Freizeit, Arbeit, Sport oder dem Treffen mit anderen Menschen verbunden. Für Kommunen und Immobilienwirtschaft wächst damit der Druck, flexible Flächen und gemischt genutzte Quartiere zu entwickeln. Monofunktionale Handelskonzepte verlieren an Zukunftsfähigkeit - gefragt sind Immobilien, die über den Tag hinweg unterschiedliche Nutzungen ermöglichen.
Den größten Nachholbedarf sieht die Studie beim Wohnen: Mit der Durchschnittsnote 3,75 ist das innerstädtische Wohnungsangebot der am schwächsten bewertete Bereich. Wer dauerhaft Frequenz, Sicherheit und Lebendigkeit schaffen will, muss Innenstadtentwicklung deshalb stärker als Entwicklung von Wohn- und Lebensraum verstehen. Ebenso klar sind die Erwartungen an die Alltagsqualität. Sauberkeit, Sitzgelegenheiten, Grünflächen und Fußgängerfreundlichkeit erzielen Zustimmungswerte von jeweils rund 90 Prozent. Als wichtigste konkrete Verbesserungsmaßnahme nennen 39,4 Prozent öffentliche Toiletten. Es folgen die Gestaltung des Stadtbilds mit 30,8 Prozent sowie Mobilität und Ordnung beziehungsweise Sicherheit mit jeweils 28,2 Prozent.
Die Nähe zur Innenstadt ist ein wesentlicher Bindungsfaktor: 51,3 Prozent erreichen ihre City innerhalb von 15 Minuten. Besonders häufig besuchen die Innenstadt Menschen, die zu Fuß kommen (93,8 Prozent), gefolgt von Radfahrenden (91 Prozent), ÖPNV-Nutzenden (76,8 Prozent) und Autofahrenden (68,9 Prozent). Die Studie plädiert damit für ein Erreichbarkeitsmanagement, das nicht ein Verkehrsmittel gegen ein anderes ausspielt. Kurze, sichere und bequeme Wege – zu Fuß, mit dem Rad, per ÖPNV und mit dem Auto – bleiben zentrale Voraussetzungen für vitale Innenstädte. Als häufigster Grund gegen einen Innenstadtbesuch gilt nicht der Onlinehandel, sondern der Alltag: 27,6 Prozent nennen Zeitmangel, Arbeit und andere Verpflichtungen, 16,1 Prozent finanzielle Gründe. Der Onlinehandel spielt mit 2,7 Prozent als Hinderungsgrund eine deutlich kleinere Rolle.
Die Innenstadt der Zukunft ist kein reiner Einkaufsort, sondern Handelsplatz, Wohnort, Treffpunkt, Kulturraum, Arbeitsplatz und öffentlicher Aufenthaltsort zugleich. Gastronomie, Dienstleistungen und Einzelhandel zählen weiterhin zu den Stärken, während Kulturangebote gegenüber 2024 deutlich besser bewertet werden. Besonders jüngere Zielgruppen erwarten zudem Räume für Freizeit, Fitness, Bildung und Arbeit, ab 50 Jahren steigen die Anforderungen an medizinische und gesundheitsbezogene Angebote. Die zentrale Botschaft der Deutschlandstudie 2026/2027 lautet daher: Die positive Entwicklung ist kein Anlass zur Entwarnung, sondern ein Hinweis darauf, dass Engagement wirkt. Erfolgreiche Innenstadtentwicklung braucht dauerhaft finanzierte, ressortübergreifende Strategien – mit Investitionen in Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit, Wohnen, Sicherheit und lokale Identität. Der Handel bleibt dabei ein entscheidender Frequenzbringer, entfaltet seine Wirkung jedoch zunehmend im Zusammenspiel mit anderen Nutzungen.
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