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Das ehemalige Kaufhofgebäude am Bismarckplatz in Heidelberg steht vor einer umfassenden Wiederbelebung. Unternehmer Sabri Cetrez aus Leimen hat die markante Immobilie erworben und plant, sie in den kommenden Monaten zu einem modernen, vielseitig genutzten Zentrum umzubauen. Damit erhält einer der prominentesten Standorte Heidelbergs eine neue Perspektive.
Seit September 2025 ist Cetrez Eigentümer des Gebäudes, das seit der Schließung der Galeria-Filiale im Januar 2024 leer steht. Der Kaufhof gehörte zur Insolvenzmasse der Signa-Gruppe von René Benko und war nicht aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden – der Standort am Bismarckplatz gilt weiterhin als eine der attraktivsten Lagen der Stadt. Gemeinsam mit einem Heidelberger Architekturbüro lassen derzeit Fachleute den baulichen und technischen Zustand des Hauses aus den 1960er Jahren prüfen. Ziel ist, bis Ende des Jahres die Bauanträge fertigzustellen, damit die Umbauarbeiten im Frühjahr 2026 beginnen können. Die Investitionssumme liegt nach aktuellen Angaben zwischen fünf und zehn Millionen Euro.
Die Pläne für die künftige Nutzung sehen ein vielfältiges Konzept vor, das Einzelhandel, Gastronomie, Freizeit und moderne Arbeitsformen miteinander verbindet. Im Untergeschoss soll ein Supermarkt einziehen, um die Nahversorgung am Bismarckplatz zu stärken. Die unteren Etagen – Erdgeschoss sowie erstes und zweites Obergeschoss – sind für den Einzelhandel vorgesehen. Interesse besteht unter anderem seitens eines Textilhändlers und eines Unternehmens, das Haushalts- und Textilwaren anbietet. Eine Hälfte des Erdgeschosses soll getrennt erschlossen werden und Raum für kleinere Läden bieten, darunter ein Kindermodengeschäft, eine regionale Metzgerei, eine Bäckerei und ein Blumenladen.
Die oberen Etagen werden stärker in Richtung Freizeit und Dienstleistung ausgerichtet. Das dritte und vierte Stockwerk sollen zu einem modernen Fitness-Center umgebaut werden. Dafür gibt es bereits mehrere Interessenten, darunter ein überregional bekannter Anbieter. In der fünften Etage ist wieder Gastronomie geplant – ganz im Sinne der früheren Nutzung. Das gastronomische Angebot soll sich harmonisch ins Gesamtkonzept einfügen und eine gemütliche Atmosphäre schaffen. Neben der Gastronomie soll dort ein Projekt entstehen, das in Heidelberg bislang einzigartig wäre: ein Miniatur-Museum. Es soll eine detailreiche Modellwelt präsentieren, die sich an der Landschaft rund um Heidelberg und die Rhein-Neckar-Region orientiert – inspiriert von Konzepten wie dem „Miniatur Wunderland“ in Hamburg, jedoch in kleinerem Maßstab und mit regionalem Bezug. Die sechste Etage soll weiterhin als Bürofläche genutzt werden, möglicherweise in Form eines modernen Co-Working-Bereichs für Start-ups und junge Unternehmen. Damit soll das Gebäude nicht nur ein Ort des Einkaufens und Erlebens, sondern auch des Arbeitens werden.
Die Bauanträge sollen bis Ende 2025 – spätestens Anfang 2026 – eingereicht werden. Der Beginn der Bauarbeiten ist für Mai oder Juni 2026 vorgesehen. Die Stadt Heidelberg begleitet das Projekt positiv, auch wenn sie nur begrenzt Einfluss auf die konkrete Gestaltung hat. Man sei, so ein Sprecher der Stadt, erfreut darüber, dass endlich Bewegung in die Nachnutzung des ehemaligen Kaufhofs komme. Für Heidelberg ist das Projekt von großer Bedeutung. Der Bismarckplatz gilt als das lebendige Herz der Stadt, als Verkehrsknotenpunkt, Einkaufsadresse und Treffpunkt zugleich. Der jahrelange Leerstand des Gebäudes wurde vielfach als schmerzlicher Verlust empfunden. Nun soll an dieser Stelle wieder ein Anziehungspunkt entstehen, der Handel, Gastronomie, Freizeit und Kultur vereint.
Das Gebäude selbst stellt die Planer allerdings vor Herausforderungen. Die Bausubstanz aus den 1960er Jahren und die veraltete Haustechnik gelten als sanierungsbedürftig. Dennoch zeigt sich Projektkoordinator Frieder Strohauer optimistisch: Man arbeite eng mit der Stadt zusammen, um eine schnelle Genehmigung und einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Mit dem neuen Nutzungskonzept könnte das ehemalige Kaufhofgebäude zum Symbol eines modernen, vielfältigen Heidelbergs werden – einer Stadt, die ihre historischen Strukturen bewahrt und zugleich Raum für neue Ideen schafft. Ob der ambitionierte Zeitplan einzuhalten ist, hängt nun von den technischen Prüfungen und der Genehmigungsphase ab.
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