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27. Mai 2026

Steuerpläne könnten Kauflaune der Verbraucher ausbremsen

FORSCHER SEHEN RISIKEN FÜR DIE WIRTSCHAFTLICHE ERHOLUNG
Höhere Mehrwertsteuern könnten sich im Einzelhandel als Konsumbremse erweisen – trotz steuerlicher Entlastung der Einkommen.
Foto: AdobeStock / NVS my world

Eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer könnte den privaten Konsum in Deutschland spürbar belasten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM). Die Forscher bezweifeln, dass eine Kombination aus niedrigeren Einkommensteuern und höheren indirekten Steuern tatsächlich positive Wachstumsimpulse setzen kann. Stattdessen deuten die Ergebnisse auf eine zusätzliche Schwächung der Konsumnachfrage hin.

Hintergrund der Debatte ist die Idee, die Steuerlast stärker vom Einkommen auf den Konsum zu verlagern. Befürworter solcher Modelle argumentieren, dass geringere Einkommensteuern Arbeit attraktiver machen und gleichzeitig staatliche Einnahmen gesichert werden könnten. Die NIM-Studie zeigt jedoch, dass viele Verbraucher eine solche Reform kritisch bewerten.

Verbraucher skeptisch

In dem untersuchten Szenario würden Haushalte monatlich um 100 Euro bei der Einkommensteuer entlastet, zugleich aber durch eine höhere Mehrwertsteuer mit zusätzlichen Kosten von rund 40 Euro belastet. Obwohl rechnerisch ein Plus verbleibt, bewerten nur rund ein Viertel der Befragten die Reform positiv. Besonders skeptisch äußern sich ältere Menschen sowie Haushalte mit geringerem Einkommen.

Subjektive Wahrnehmung

Ausschlaggebend ist laut Studie vor allem die subjektive Wahrnehmung der Verbraucher. Preissteigerungen im Alltag würden unmittelbar wahrgenommen und stärker empfunden als steuerliche Entlastungen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, im Falle einer solchen Reform eher weniger konsumieren oder zusätzliche Rücklagen bilden zu wollen. Nur ein kleiner Teil würde das zusätzliche Einkommen direkt ausgeben.

Positive Effekte fraglich

Die Ergebnisse fallen in eine wirtschaftlich angespannte Phase. Der Außenhandel leidet unter geopolitischen Spannungen und zunehmenden Handelshemmnissen, wodurch der private Konsum als Wachstumsmotor stärker an Bedeutung gewinnt. Eine zusätzliche Belastung der Verbraucher könnte die konjunkturelle Erholung daher weiter verzögern. Die Studie stellt damit die Wirksamkeit klassischer Steuerstrukturreformen infrage. Zwar erscheinen entsprechende Modelle aus wirtschaftspolitischer Sicht plausibel, doch die tatsächlichen Effekte hängen offenbar stark von der Wahrnehmung der Bürger ab. Experten warnen deshalb davor, dass eine stärkere Besteuerung des Konsums die ohnehin fragile Nachfrage weiter schwächen und damit das Wirtschaftswachstum bremsen könnte.

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